Laufen in der Dampfsauna - Chicago-Marathon
2007

Nach
dem Marathon ist vor dem Marathon. So klang es noch nicht
nach
dem Zieleinlauf in New York, aber schon einige Tage später. Und so
wurde der Chicago-Marathon als nächstes Ziel anvisiert. Und nun war es
schon soweit. nach vielen Trainingskilometern (Wochenschnitt 38 km)
fühlte
ich mich auch gut vorbereitet. Auch um anzugreifen und eine neue
Bestzeit zu erzielen, auf der schnellen Strecke in Chicago.

Nachdem
alles eingepackt war (vor allem dicke Sachen für das morgentliche
Warten auf den Start, Erinnerungen an New York) gings mit Delta über
Atlanta nach Chicago. Dort
begrüßten uns Temperaturen von 26° C und es wurde bis zum Laufsonntag
eine weitere Steigerung angekündigt. Schön war dies für das
Sightseeing, für die spiegelnde Skulptur im Millenium-Park,

für
den Blick auf die Skyline von Chicago und die Stadtrundfahrt im offenen
Bus nach der Marathonmesse. Allerdings stimmte mich etwas bedenklich,
dass man trotz spärlicher Kleidung ab 11.00 Uhr morgens bereits bei
jedem Schritt in Schweiß ausbrach. Und das bei vorjähriger Temperatur
von 2°C.

Kühle
fand man am ehesten noch am "El Bundy Brunnen", wo wir vorab die Start
und Ziel Area begutachteten oder auf dem Michigan-See bei einer
Schiffsfahrt. Trotzdem war es mir etwas mulmig, bei 29° angesagter
Temperatur am Marathontag.

Gut
gestärkt nach einige Rationen Pasta stiefelten Susi und ich am Sonntag
dann zum Start. Vom Gedanke an Bestzeiten hatte ich mich bei früh um 6
24°C schonmal verabschiedet. Ohne Gesundheitsschäden durchkommen war
das einzige verbliebene Ziel.

Super
organisiert, ohne große Wartezeiten, übersichtlich zum Einordnen fand
ich schnell eine geeigneten Startplatz. Es dauerte dann 20 Minuten, bis
sich nach dem offiziellen Startschuss mein Teil des Feldes in Bewegung
setzte und auf ging es in die heißen Straßenschluchten von Chicago.

Zwischen
den Wolkenkratzern gab es auch noch ein wenig Schatten. So ging es
erstmal gut los, auch wenn es beim zweiten Verpflegungsstand erstmal
das Wasser alle war.

Dann
wurde es aber langsam warm. Nach um 10 und damit zur Halbzeit stiegen
die Temperaturen schnell auf Rekordhöhe von 32° C an. Das ging nur mit
einem Becher Gatorade und einem Becher Wasser zum Trinken, weiterem
Wasser über Kopf und Hemd. Die Stimmung war aber absolut super, alles
hatte so die Egal-Stimmung. Party und nicht unterkriegen lassen.

Ab
km 30 wusste ich dann, dass ich ankommen, wenn auch weit langsamer als
gehofft. Rechts und links kippten immer wieder Läufer um und wurden
schnell vom Roten Kreuz und Rumstehenden versorgt. So nutzte ich die
Verpflegungsstellen immer, um einige Meter zu gehen und so den
Kreislauf etwas herunterzubekommen. Auf den letzten km tönte dann aus
den Polizeilautsprechern, man sollte lieber gehen, aber die Meisten
wollten schnell ins Ziel. Da kam auch ich nach 4:55:46 h an und war
überglücklich, auch da ich von Susi stürmisch begrüßt wurde.

Vom
Interairteam gabs dann ein Erfrischungsbier in der Papptüte, herrlich.
Lautsprecherdurchsagen machten dann das ganze Ausmaß des Hitzemarathons
nochmal deutlich. Er wurde wegen Hitze und vielen
Krankenhauseinlieferungen abgebrochen und die noch auf der Strecke
befindlichen mit Bussen hergefahren. Naja, nochmal Glück gehabt.

Zur
Aftermarathonparty am Nachmittag gabs dann viele Diskussionen. Ich
konnte mich der allgemeinen Kritik am Verantstalter nicht anschließen.
Es war klasse organisiert. Es
gab in unserer Laufgruppe genügend zu Trinken, klar, die jungen
Voluntäre kamen manchmal gar nicht nach beim Einschenken und Austeilen,
da musste man schonmal selber eingießen oder etwas warten. Aber es war
eine tolle Stimmung. Und wer merkt, dass es nicht mehr geht, sollte
selber eine Entscheidung treffen und nicht den Veranstalter dafür
verantwortlich machen.

Also, ganz
tolles Rennen, alle waren stolz, dabei gewesen zu sein. Noch einige
Daten:
Temperatur 32°C, Luftfeuchtigkeit 80%, Platz 12908

Chicago
war ein tolles Erlebnis, vor allem auch, weil wir mal seit langer Zeit
wieder etwas allein gemeinsam gemacht haben, Susi und ich.
www.interair.de
Vielen
Dank ans InterAir-Reiseteam, vor allem an Achim!!!
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